Category: Aktuelle News

Starfleet Medical Journal Ausgabe 494

Ausgabe 494 – 1. Halbjahr 2408

Artikel 1: Mit metaphasischer Strahlung zur ewigen Gesundheit?

Seit drei Jahrzehnten arbeiten mehrere Forschungsgruppen auf 6 Welten der Föderation an den phantastischen regenerativen Eigenschaften der metaphasischen Strahlung für humanoide Lebewesen. Während diese Eigenschaften in Laborexperimenten mit kleinen wirbellosen Tieren bereits seit über einem Jahrhundert bekannt sind, hat erst die Entdeckung der planetaren Ringe um den Planeten Baaku im Briar Patch im Jahr 2375 bewiesen, dass eine ausreichend hohe Konzentration auch beispiellos positive Auswirkungen auf humanoide Lebensformen haben kann. […]

Prof. Dr. Lurna et. al. der mediznischen Fakultät der Universität Rixx auf Betazed ist es erstmals gelungen, metaphasische Strahlung in ausreichend großer Konzentration künstlich herzustellen und die positiven Effekte in holographischen Simulationen im Rahmen einer Phase II Studie nachzuweisen. „Die Möglichkeiten sind endlos“ beteuert die Professorin in einem kürzlich veröffentlichten Beitrag des FNN. „Es war uns möglich Krankheiten und genetische Defekte zu heilen, die bislang nur durch kybernetische Implantate oder durch biosynthetische Ersatzorgane versorgt werden konnten. Metaphasische Strahlung erlaubt es hingegen, die körpereigenen Zellen und Gewebe zu regenerieren… Sei es das Wachstum neuer Sehnerven, die Regeneration geschädigter Gehirnzellen oder das Nachwachsen amputierter Gliedmassen. In einigen Jahren dürfte uns allen die heutige Medizin trotz all ihrer Möglichkeiten geradezu archaisch vorkommen.“ […]

Bereits in wenigen Monaten soll eine Phase III Studie an realen Humanoiden beginnene, um Wirksamkeit und Sicherheit der künstlichen metaphasischen Strahlung mitsamt ihrer medizinischen Anwendungszwecke zu erproben. Wir hoffen darauf, bei unserer nächsten Ausgabe in 6 Monaten mehr hierzu berichten zu können.

 

Artikel 4: Supreme Court erklärt „Verbot genetischer Augmentationen“ für verfassungswidrig

Das Verbot genetischer Augmentationen in der Föderation ist älter als die Föderation selbst. Es hat seine Ursprünge in den eugenischen Kriegen der Erde des 21. Jahrhunderts. Damals versuchten genetisch verbesserte Menschen die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die Konsequenz war ein Weltkrieg, der die Menschheit an den Rand ihrer Auslöschung brachte. Aufgrund ihres politischen Gewichts bei der Gründung der Föderation gelang es der damaligen Regierung der Vereinten Erde, mit einer knappen Mehrheit das Verbot auch im Föderationsrecht festzuhalten. Eine Entscheidung, die seither regelmässig von diversen Institutionen und Mitgliedswelten kritisiert wurde.

Das Problem hierbei ist, dass im Vorfeld bereits einige Mitgliedswelten genetische Manipulationen nutzten, um der Evolution nachzuhelfen. So unter anderem die Vulkanier, deren hohe Lebenserwartung auf genetische Veränderungen vor mehreren Jahrhunderten zurückzuführen ist. […] Personen, die mit einem genetischen Handicap geboren wurden, haben ein Leben lang Nachteile, obwohl diese Probleme noch vor ihrer Gebut lösbar wären. Dies führte in den letzten 50 Jahren zu einem Anstieg an heimlichen genetischen Manipulationen, die unter nicht-kontrollierten Bedingungen durch Ärzte mit eher zweifelhaftem Ruf durchgeführt wurden. Und häufig zu vermeidbaren Folgeschäden führten. Die Kriminalisierung der humanoiden Gentechnik, welche nicht der Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen dient, hat gemäss einer aktuellen Studie einer der führenden Universitäten Vulkans zu einer ausgesprochen negativen Bilanz geführt, in der der Schaden den Nutzen bei weitem überwiegen soll. […]

Basierend auf besagter Studie haben 45 Mitgliedswelten der Föderation vor 2 Jahren eine Klage beim Obersten Gerichtshof der Föderation eingereicht, welche eine differenzierte Sichtweise auf die humanoide Gentechnik forderte. Und zur Überraschung vieler Experten hat der Supreme Court der Klage stattgegeben und das Verbot für verfassungswidrig erklärt. Die Richter begründeten dies damit, dass das vor über 300 Jahren verabschiedete Gesetz nicht länger zeitgemäß sei. Und es nicht zu rechtfertigen sei, die gewaltigen Fortschritte der letzten Jahrhunderte auf diesem Gebiet mitsamt der potentiellen positiven Effekte für die Mitgliedsvölker der Föderation grundsätzlich zu verbieten, weil eine ihrer Mitgliedswelten in ihrer frühen Entwicklung Fehler gemacht habe, die heutzutage nicht mehr zu befürchten seien. […]

Nun ist der Föderationsrat am Zug. Dieser wurde vom Supreme Court dazu aufgefordert, innerhalb der nächsten 10 Jahre ein neues Gesetz zu verabschieden, welches die Missstände beim bisherigen Gesetz auflöst und die humanoide Gentechnik in einem „vernünftigen Rahmen“ legalisiert. […]


News: Sternenflotte plant Ausmusterung zahlreicher Schiffstypen bis Ende 2408

Wie eine Quelle innerhalb des Sternenflottenkonstruktionskommandos offengelegt hat, plant die Sternenflotte zahlreiche Schiffstypen bis Ende des laufenden Jahres schrittweise aus dem Verkehr zu ziehen. Dies betreffe vor allem kleinere Klassen aus den 2370ern. So sollen die Raumschiffe der Saber, Steamrunner und Norway-Klasse durch die neuen Fregatte der Elysion-Klasse ersetzt werden, die weitaus leistungsstärker als die teils deutlich größeren Schiffe ist, obwohl sie über einen weitaus kleineren Rumpf verfügt. Aus Sicht der Verantwortlichen mache es keinen Sinn, rund 40 Jahre alte Kreuzer weiterzubetreiben, die durch halb so große Schiffe übertrumpft werden. Auch die Raumschiffe der Defiant und Prometheus-Klasse sollen außer Dienst gestellt werden, nachdem sie in den letzten 30 Jahren mehr ein Nischendasein geführt haben. Die meisten noch im Dienst befindlichen Raumschiffe der Defiant-Klasse hätten mittlerweile massive Verschleißerscheinungen, da ihre Maschinen zu viel von den kleinen Schiffen abverlangen. Die Prometheus-Klasse wiederum habe sich in den letzten Jahren immer mehr als zu kostspielig in der Wartung herausgestellt. Durch die Kombination von drei unabhängigen Schiffen in einer gemeinsamen Konfiguration falle pro Raumschiff der Prometheus-Klasse ein 3x so hoher Wartungsaufwand wie bei vergleichbaren Kreuzern an, obwohl sie mittlerweile im vereinten Modus nicht mehr konkurrenzfähig ist. Insbesondere die neuen Schiffe der Excelsior-II und Intrepid-II-Klassen (hier sei die Umrüstung aller im Dienst befindlicher Raumer der Intrepid-Klasse geplant) seien aufgrund ihres altbewährten, aber modernisierten Designs deutlich leichter in der Instandhaltung, in ihrer Feuerkraft aber vergleichbar. Zudem zeige die Statistik, dass in den letzten 20 Jahre nur sehr selten von den MVAM-Fähigkeiten der Prometheus-Klasse Gebrauch gemacht wurde, vor allem aufgrund der ausgedehnten Friedensperiode, in der sich die Föderation zurzeit befindet.


News: Letzes Raumschiff der Excelsior-Klasse außer Dienst gestellt

Beta Antares Flottenwerften, 02.11.2407

Das letzte aktive Raumschiff der Excelsior-Klasse, die U.S.S. Lakota NCC-42768, wurde am heutigen Tag nach Anlegen an ein Trockendock der Beta Antares Flottenwerften offiziell außer Dienst gestellt. Damit endet die rund 120 Jahre andauernde Geschichte eines der verlässlichsten und langlebigsten Schiffstypen in der Geschichte der Sternenflotte.


USS Enterprise NCC-1701-F in den aktiven Dienst gestellt

Erde, 29.10.2407

Heute, am 35. Jahrestag der Indienststellung der berühmten U.S.S. Enterprise NCC-1701-E, wurde von den San Francisco-Flottenwerften ihr direkter Nachfolger offiziell in den aktiven Dienst gestellt. Die U.S.S. Enterprise NCC-1701-F ist das zweite Schiff der neuen Century-Klasse, welche seit diesem Jahr die Sternenflotte als ihre neue Speerspitze in das 25. Jahrhundert führt. Wie ihr Vorgänger wird die neue Enterprise dem Androiden Captain Data unterstellt sein.

Doch werden die Feierlichkeiten zur Indienststellung des neuen Flaggschiffs der Sternenflotte durch die rätselhafte Zerstörung der Enterprise-E vor 3 Monaten überschattet, über deren Schicksal bis heute Stillschweigen gewahrt wird. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Enterprise-F die lange Tradition ihrer Vorgänger fortführen und als leuchtendes Beispiel für all das dienen wird, was die Sternenflotte repräsentiert.


Briefing zu Projekt Full Circle

An die Führungsoffiziere der  U.S.S. Odyssey NCC-91832 und U.S.S. Vengeance NCC-78473

Die Ereignisse ausserhalb der Milchstrasse, die zur Zerstörung der USS Enterprise NCC-1701-E führten, haben im Sternenflottenkommando zu grosser Sorge geführt. Der Verlust von rund 850 der besten Offiziere der Flotte, dessen Natur aufgrund der Umstände noch dazu geheim gehalten werden muss, sorgt auch in der Medienwelt für Aufmerksamkeit. Beunruhigend hierbei ist vor allem, dass sich die geschilderten Abläufe von denen an Bord der USS Enterprise NCC-1701 im 23. Jahrhundert unterscheiden.

Die Totalität
Der Bericht von Captain Data und dem Aussenteam der USS Vengeance NCC-78473 lässt vermuten, dass die Besatzung abhängig von ihrem ESP-Level von einer dritten Macht gesteuert wurde. Die Äusserungen des Chefingenieurs der Enterprise, der die ausgeprägtesten Veränderungen durchlaufen hat, legen nahe, dass sich diese Entität selbst als „Totalität“ bezeichnet und aufgrund der galaktischen Barriere keinen Zugang zur Milchstrasse hat. Tatsächlich scheint die Totalität bisher davon aus ausgegangen zu sein, dass es kein Leben mehr in unserer Galaxie gibt. Dass diese Annahme falsch war, dürfte sie nun mehr wissen. Ihre Absicht hat sie bei der letzten Konfrontation bereits offengelegt: In die Milchstrasse einzudringen und das Leben im Inneren dem „Frieden“ anzugliedern, den es über das Universum gebracht haben will. Hinzu kommt, dass die Totalität eine für uns nicht nachvollziehbare Furcht vor Androiden zu haben scheint. Ihre Bemühungen auf der Enterprise waren darauf fixiert, Captain Data zu neutralisieren. Weshalb dies der Fall ist, wissen wir nicht, doch wäre es gut möglich, dass die Anwesenheit des Captains der Grund dafür war, weshalb sich die Ereignisse von denen an Bord der USS Enterprise NCC-1701 unterscheiden.

Die Galaktische Barriere
Bedauerlicherweise wissen wir nicht viel über die galaktische Barriere. Sie ist ein fast undurchdringbares, negativ geladenes Energiefeld, das die Milchstrasse wie eine Haut umgibt. Da unseren Beobachtungen nach nur die Milchstrasse über eine solche Barriere verfügt, gehen die Wissenschaftler der Föderation bereits seit über 100 Jahren davon aus, dass es sich um ein künstliches Konstrukt handelt. Welches sowohl das Zentrum der Galaxie wie auch den Rand abschirmt. Wer die Barriere erschaffen hat und zu welchem Zweck ist bis heute unbekannt. Auch wodurch sie aufrecht erhalten wird, ist für uns noch rätselhaft. Doch existiert sie vermutlich bereits seit mehreren Milliarden Jahren. Die älteste Zivilisation, von der wir wissen, die möglicherweise diese Ereignisse miterlebt hat, sind die Urhumanoiden, deren Nachfahren wir nun als Dreyaner kennen.

Informationen der Dreyaner
Bei der Konsultation des in Stasis befindlichen Urhumanoiden, der die Computersysteme der dreyanischen Heimatsphäre „Hiyem“ kontrolliert, musste bedauerlicherweise festgestellt werden, dass die Informationen aus der Zeit der Urhumanoiden in der Milchstrasse kaum mehr existent sind. Er selbst hat sie auch nicht miterlebt, weshalb er kaum hilfreiche Auskünfte geben konnte. Er hat empfohlen, nach von jener Zeit stammenden dreyanischen Aussenposten in der Milchstrasse zu suchen, die hoffentlich mehr Informationen bieten können. Zumindest aber im von uns erforschten Bereich der Quadranten Alpha und Beta fanden sich bisher keine Hinweise auf eine solche Basis. Er konnte uns nur ein ungefähres Raumgebiet nennen, welches potentiell Basen der Urhumanoiden beinhalten könnte. Dieses liegt im Delta-Quadranten.

Mission
Die Sternenflotte möchte, dass wir dieser Sache nachgehen. Da die Führungscrews der USS Odyssey NCC-81832 und USS Vengeance über die grösste Erfahrung mit den Dreyanern – und somit den Urhumanoiden – verfügen, werden die Crews beider Schiffe zusammengeführt und die Odyssey diesbezüglich abkommandiert. Offiziell handelt es sich um eine wissenschaftliche Expidition in den Delta-Quadranten unter dem Namen Projekt „Full Circle“, um den Status der Völker zu ergründen, auf die die USS Voyager NCC-76241 in den 2370er Jahren gestossen ist. Inoffiziell sollen wir eine Basis der Urhumanoiden finden und weitere Informationen über die galaktische Barriere und die Totalität sammeln. Diese Mission muss gut vorbereitet werden und es gilt, ein gewaltiges Raumgebiet abzusuchen. Daher werden zurzeit mehrere Raumschiffe darauf vorbereitet, um uns zu begleiten.

Der Flugplan sieht dabei vor, dass wir die Route der USS Voyager nachverfolgen werden. Wir starten somit am äusseren Rand des Delta-Quadranten und arbeiten uns in Richtung Alpha-Quadranten vor. Begleitet werden wir von einem kleinen Flottenverband, der am Rande der Milchstrasse mit dem Auftrag beginnt, um im Falle eine Ausfalls der Quantenslipstreamantriebe im Verlauf der Mission möglichst nah an der Heimat zu sein, damit uns Rettungsschiffe schneller erreichen können bzw. die Rückflugdauer mit der Zeit kürzer wird.

Sobald alle Schiffe bereit sind, werden wir aufbrechen. Bis dahin gilt für die Besatzungen beider Schiffe noch ein ausgedehnter Landurlaub. Es wird voraussichtlich der letzte für eine Weile sein, der in der Heimat stattfinden kann.

Gez. Rear Admiral Nadine S. Keller


Eilmeldung: U.S.S. Enterprise NCC-1701-E zerstört

FNN, 06.07.2407

Die U.S.S. Enterprise NCC-1701-E wurde durch die Sternenflotte offiziell als zerstört gemeldet. Mit Ausnahme des Kommandanten, Captain Data, gilt die gesamte Besatzung von 849 Personen als verloren. Zu den Hintergründen dieser Katastrophe hüllt sich die Sternenflotte in Stillschweigen. Sie stuft die Geschehnisse als streng geheim ein.

Der Nachfolger des zerstörten Flaggschiffes der Sternenflotte soll bereits in den nächsten Woche vom Stapel laufen. Zu diesem Zweck wird das zweite geplante Raumschiff der Century-Klasse, die U.S.S. Yorktown, in die U.S.S. Enterprise NCC-1701-F umgetauft. Das Schiff soll erneut dem Kommando von Captain Data unterstehen.


Einsatzorder #214901 an die USS Vengeance

An
Captain Bastian Erricson
USS Vengeance NCC-78473

Von
Admiral William T. Riker
Sternenflottenkommando

 

Sehr geehrter Captain Erricson

Vor 6 Tagen ist der Kontakt zur USS Enterprise NCC-1701-E abgebrochen. Die Enterprise, die aktuell dem Kommando von Captain Data untersteht, war damit beauftragt worden, ein romulanisches Schiff zu verfolgen, welches von Anhängern des Zhat’Vash mutmaßlich dazu genutzt werden sollte, um die Milchstraße zu verlassen. Besagte Individuen werden von der romulanischen Regierung sowie der Sternenflotte im Zusammenhang mit dem Staatsstreich auf Romulus sowie dem Mars-Zwischenfall gesucht. Das Schiff sollte gestoppt und die Besatzung zurückgeführt werden. 

Der Kontakt zur Enterprise brach ab, als diese sich der galaktischen Barriere annäherte. Wie Sie wissen, Captain, wird unsere Galaxie von einem gewaltigen Energiefeld umgeben, dessen Ursprung unklar ist. Da soweit uns bekannt nur die Milchstraße über eine solche Energiebarriere verfügt, liegt ein künstlicher Ursprung nahe. Doch ist bis heute unbekannt, wann, von wem und aus welchem Grund dieses Feld erschaffen wurde. Was wir jedoch wissen ist, dass fast jedes Schiff zerstört wurde, das versucht hat, es zu durchqueren. Die letzte erfolgreiche Passage der Barriere erfolgte im 23. Jahrhundert durch die USS Enterprise NCC-1701 unter Kommando von Captain James T. Kirk. Doch kam es in diesem Rahmen zu einem Zwischenfall, als Besatzungsmitglieder eine bis heute ungeklärte Veränderung durchliefen, durch die sie psychokinetische Kräfte entwickelten und dem Wahnsinn verfielen.

Die USS Vengeance NCC-78473 wird beauftragt, den Verbleib der Enterprise und ihrer Besatzung zu klären. Dazu ist sie aufgrund ihres Quantenslipstreamantriebes am besten geeignet. Vermeiden Sie zum Schutz Ihrer Besatzung wenn möglich den Kontakt mit der galaktischen Barriere. 

Viel Glück, Captain.

Gez. William Riker


Situationsbericht Mai 2407

Nachfolgend der Situationsbericht für Mai 2407:

  • Der Krieg zwischen dem Romulanischen Sternenimperium und den Remanern ist beendet. Praetorin Donatra und General Obisek haben den Friedensvertrag am 16. Mai 2407 abgezeichnet. In diesem erkennen sowohl die Romulaner, als auch die Föderation die neu gegründete, aber noch nicht benannte remanische Nation an. Alle Remaner werden nun aus dem romulanischen Imperium ausgeführt.
  • Verhandlungen zwischen der Vereinigten Föderation der Planeten und dem Romulanischen Sternenimperium bezüglich eines Koalitionsvertrages haben begonnen. Dieser soll den Weg für einen potentiellen Zusammenschluss beider Völker in Zukunft ebnen. Unter anderem soll der Vertrag vorsehen, dass sich die Sternenflotte zukünftig an der Verteidigung der romulanischen Grenzen beteiligt und die Bemühungen zum Wiederaufbau der verwüsteten romulanischen Welten unterstützt. Die öffentliche Meinung zu diesem Thema ist in beiden Nationen gespalten. Befürworter sehen eine einmalige Chance zum Frieden vor sich, während Gegner des Vorhabens um die Unabhängigkeit ihrer Nationen bangen.
  • Die romulanische Flüchtlingswelle der letzten Monate hat zu einer Überlastung der humanitären Auffangeinrichtungen an der romulanisch-föderalen Grenze geführt. Viele der Flüchtlinge weigern sich aus Furcht vor weiteren Eskalationen zurückzukehren, insbesondere Familien scheinen dauerhafte Zuflucht im Föderationsraum zu suchen. Der Föderationsrat berät zurzeit über die Möglichkeit, unbewohnte Klasse-M Welten im Föderationsraum den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen, um sich dort niederzulassen.
  • Die USS Century NX-81921 wurde offiziell in den aktiven Dienst gestellt.
  • Die USS Enterprise NCC-1701-E wurde auf Bitten des romulanischen Senats damit beauftragt, ein romulanisches Schiff zu verfolgen, auf dem sich die meisten bekannten Mitglieder des Zhat Vash befinden. Sie beabsichtigen mutmaßlich, die Milchstraße zu verlassen, da sie davon überzeugt sind, dass alles Leben in ihr schon bald enden wird. Da die Galaxie von einer Energiebarriere umhüllt wird, welche bisher fast jedes Schiff zerstört hat, soll die Enterprise im Notfall eingreifen und die flüchtenden Romulaner aufhalten.

FNN Eilmeldung: Neuer Oberkommandierender der Sternenflotte berufen

San Francisco, Erde, 23.04.2407

Das Sternenflottenkommando hat bekannt gegeben, dass der ehemalige Sternenflottenoffizier und zuletzt Botschafter der Föderation zu Romulus, Jean-Luc Picard, mit sofortiger Wirkung zum Commander-in-Chief der Sternenflotte berufen wurde. Die Vereidigung erfolgte im Beisein des Föderationsrates unter tosendem Applaus. Admiral Picard ist eine der prominentesten Persönlichkeiten in der Sternenflotte und gilt als einer ihrer besten Kommandeure und Diplomaten. Genannt wird er auf einer Stufe mit Jonathan Archer und James T. Kirk. Die Ernennung erfolgte, nachdem Picard in den letzten Wochen maßgeblich daran beteiligt war, im zerrütteten Verhältnis zwischen dem SFC, Föderationsrat und Präsidenten zu vermitteln und die Ordnung wiederherzustellen. Ungewöhnlich dabei ist, dass er als erster neuer Oberkommandierender aus dem Ruhestand reaktiviert wurde. Dies nachdem er über Jahrzehnte als Botschafter an der Vertiefung des Verhältnisses zwischen der Föderation und der Romulanischen Republik mitwirkte. Dabei arbeitete er intensiv mit dem namhaften Botschafter Spock zusammen, der seit den 2360ern darum bemüht ist, die Wiedervereinigung der vulkanischen und romulanischen Völker herbeizuführen.

Admiral Picard ließ im Rahmen einer inspirierenden Rede verlauten, dass er alles daran setzen werde, den Frieden im romulanischen Imperium wiederherzustellen. Zusammen mit Botschafter Spock und Praetorin Donatra wolle er daran arbeiten, die Distanz zwischen den Remanern, Romulanern und der Föderation zu verringern. Nie zuvor sei es notwendiger gewesen, dass die Föderation entschlossen auftrete, um für Frieden in unserem Teil der Galaxie zu sorgen. Und richtig angegangen erwarte er, dass aus der bisherigen Partnerschaft zwischen Föderation und Romulanern eine innige Freundschaft werden könne. Sofern die Föderation sich nun als verlässlicher Partner erweise.


FNN News: Die religiösen Hardliner hinter Oh

Auch Monate nach der Aufdeckung eines der größten Skandale der Sternenflottengeschichte, bestehen noch unzählige offene Fragen bezüglich der Motive der mittlerweile verstorbenen Praetorin und ehemaligen Sicherheitschefin der Sternenflotte, Admiral Oh. Warum es ihr und ihren Mitverschörern vom Tal’Shiar so wichtig war, die Kontrolle über die romulanische Volk zu übernehmen und es in einen Krieg mit der Föderation zu führen. Und warum es ihnen so wichtig war, auf ihrem Weg dorthin ein Verbot künstlicher Intelligenz herbeizuführen.

Eine der umstrittensten Theorien, nach der die Praetorin eine religiöse Sekte anführte, scheint dabei gar nicht so weit von der Realität entfernt gewesen zu sein, wie es die meisten vermutet haben. Uns zugespielten Informationen zufolge hört diese Gruppe auf den Namen Zhat Vash und soll jede Form von künstlicher Intelligenz vehement ablehnen. Dies aus der Überzeugung heraus, dass alles Leben in der Galaxie ausgelöscht wird, sobald sie einen bestimmten Entwicklungsstand überschritten haben. Doch inwiefern dieser aberwitzige Glaube mit den verheerenden Ereignissen der letzten Monaten zusammenhängt, die durch Oh losgetreten wurden, ist noch unbekannt. Und es erscheint fraglich, ob dieses Rätsel jemals gelöst werden wird. Denn während das Sternenimperium im Chaos versinkt, sollen die Anhänger des Zhat Vash ihre Pläne aufgegeben und sich an Bord eines Raumschiffes auf den Weg gemacht haben, um unsere Galaxie zu verlassen. Eine Pilgerreise in die unendliche Leere zwischen den Galaxien, welche als Grab für die hunderten romulanischen Seelen dienen dürfte, die an diesen Unsinn glauben. Vorausgesetzt ihnen gelingt es, die galaktische Barriere zu überwinden.


Computerlogbuch, Rear Admiral Nadine S. Keller, Sternzeit 84261 (06.04.2407)

Von Tag zu Tag strömen mehr und mehr romulanische Flüchtlinge in den Föderationsraum. Wenn gleich die taktischen Karte einem das Gefühl vermittelt, dass es eine klare Front in diesem Bürgerkrieg gibt, scheint das Chaos allgegenwärtig zu sein. Auf jedem Planeten, wo Remaner gelebt haben, kam es auf die eine oder andere Weise zu Verwüstungen. Zivilisten und Familien, die sich nicht mehr sicher fühlen, erhoffen in der Föderation Zuflucht zu finden… Der Gewalt zu entgehen, die allgegenwärtig ist. Jede Sternenbasis an der Grenze hat mittlerweile Auffanglager eingerichtet, doch wird man den stetig wachsenden Zahlen kaum gerecht. Alleine bei uns auf Sternenbasis 11 sind es mittlerweile mehrere zehntausende Romulaner. Tendenz steigend.

Zahlenmäßig mögen die Remaner deutlich in der Minderzahl sein, doch ihre Entschlossenheit, Stärke und Widerstandsfähigkeit machen sie zu den perfekten Kriegern. Rückzug ist kein Wort, welches die Remaner zu kennen scheinen. Es dürfte also nun mehr genau das eingetreten zu sein, was die Romulaner immer befürchtet haben… Warum sie die Remaner über all die Jahrhunderte unterdrückt haben. Jetzt wo sie an einem Strang ziehen, sind sie eine Kraft, die kaum zu stoppen ist. Noch weniger, solange das romulanische Militär gespalten ist.

Aktuell gibt es hier zwei Seiten. Die Admiral Sela und Praetorin Donatra unterstützende imperiale Marine. Und der konservative Teil, der sich hinter Admiral Trumpor vereinigt hat. Der ohne jede Gnade die remanische Bedrohung auslöschen möchte, vor allem, solange diese im Besitz einer Thalaronwaffe sind. Eine Waffe, die ihnen Motiv und Rechtfertigung gibt, diplomatische Lösungen abzulehnen. So wie ich es verstehe, ist der Besitz der Thalaronwaffe für Trumpor eines der Hauptargumente, um den weniger aggressiven Weg Donatras abzulehnen. Und nach dem Desaster von Xi Hydrae haben sich beide Parteien nur noch weiter entfremdet. Die Lösung, die sie nun mehr gewählt haben, erscheint mir etwas kindisch und wenig zielführend. Doch könnten sie so zumindest vermeiden, aneinander zu geraten. Trumpors Kräfte haben sich bei Gamma Crucis und Delta Hydri gesammelt und konzentrieren sich auf die Verteidigung der nördlichen Sektoren. Die imperiale Navy konzentriert sich auf die Verteidigung der Sektoren um Beta Volantis und Mu Horologii. Alles, was die Romulaner haben, wird nun dort gebunden. Wenn die romulanischen Flotten denen der Remaner jetzt unterliegen, wird es nichts mehr geben, was die Remaner aufhält.

Es fällt mir weiterhin schwer zu akzeptieren, dass wir uns in dieser Sache nicht einmischen können. Würde die Sternenflotte die romulanische Verteidigung verstärken, würden wir den remanischen Fortschritt zumindest aufhalten können. Und somit Zeit gewinnen, um an einer diplomatischen Lösung zu arbeiten. Doch solange die Remaner die Oberhand haben und die Romulaner zerstritten sind, werden wir sie kaum an den Verhandlungstisch bekommen. Erst recht nicht, solange die Remaner noch ein weiteres Ass in der Hinterhand haben: Die gestohlene Thalaronwaffe. Wenn gleich die Remaner sie bisher noch nicht eingesetzt haben, gibt es ihnen doch ein Instrument der Abschreckung. Eine Massenvernichtungswaffe, die nicht nur durch ihre bloße Zerstörungskraft ein Problem für uns darstellt, sondern auch durch ihre symbolische Wirkung. Durch die Tatsache, zur Spaltung der Romulaner beizutragen, indem sie Trumpor ein nicht von der Hand zu weisendes Argument verschafft, seinen Weg zu verfolgen.

Ich habe die letzten Tage intensiv über dieses Problem nachgedacht. Habe mir den Kopf darüber zerbrochen, was hier das Richtige ist. Ich bin davon überzeugt, dass es falsch ist, sich aus diesem Konflikt rauszuhalten. Dass es falsch ist, den Remanern zu erlauben, weiterhin im Besitz einer solchen Waffe zu sein. Vor allem, da indirekt wir dafür verantwortlich sind, dass es ihnen gelungen ist. Daher habe ich einen Entschluss gefasst, der möglicherweise meine Karriere beenden könnte… Aber zumindest mein Gewissen beruhigen wird. Ich habe mich entschlossen, die Bedrohung durch Thalaronwaffen ein für allemal zu beenden.

Nach einem längeren Gespräch mit Praetorin Donatra ist sie damit einverstanden, das Endlager auf Devoras endgültig zu zerstören. Und damit alle Thalaronemitterkristalle, die im Imperium existieren. Um das sicherzustellen, werde ich die Vengeancen dorthin beordern, um die Vernichtung des Endlagers zu überwachen. Im Gegenzug werde ich mit der Odyssey ins remanische Gebiet vorstoßen, um die remanische Thalaronwaffenfertigungsanlage zu zerstören. Geheimdienstinformationen zufolge befindet sich diese im Zeta Volantis System. In einer unterirdischen Anlage, die unterhalb einer von den Remanern besetzen romulanischen Siedlung liegt. Wenn es uns gelingt, die Thalaronwaffe zu zerstören, wird dies Trumpor den Wind aus den Segeln nehmen. Und Donatra die Chance geben, ihr gespaltenes MIlitär wieder zu einen. Doch wird das Timing entscheidend sein. Wir müssen abwarten… Warten bis die Remaner ihre nächste Großoffensive starten. Sobald ihre Streitkräfte im Gefecht gebunden sind, dürfte die Gegenwehr bei Zeta Volantis minimal sein. Hoffen wir nur, dass ich diese Entscheidung nicht bereuen werde. Und dieser Bürgerkrieg endet, bevor nichts mehr vom einst so stolzen romulanischen Sternenimperium übrig ist.

 

Logbuch Nachtrag, 09.04.2407

Auf Anraten von Bastian Erricson habe ich zwischenzeitlich mit Admiral Riker auf der Erde gesprochen. Er kann offenbar meinen Wunsch einzugreifen nachvollziehen, kann mich in meinem Vorhaben allerdings nicht unterstützen, da es aktuell außerhalb seiner Zuständigkeit liegen würde. Als Verantwortliche vor Ort sei das viel mehr meine Entscheidung, die ich später gegenüber dem Sternenflottenkommando rechtfertigen muss. Er hat mir geraten, die geplante Intervention aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Nicht als Eingriff in den internen Konflikt einer souveränen Nation. Sondern als Neutralisierung einer illegalen Waffentechnologie, die die Sicherheit der Föderation bedroht. Unter dem Aspekt würde ich die Oberste Direktive nicht verletzen, auch wenn eine solch… militärische Herangehensweise wohl kaum bei allen gut ankommen wird. Und zumindest würde ich meine Karriere nicht gegen die Wand fahren.

Erfreulich ist, dass die internen Untersuchungen im Sternenflottenkommando keine weiteren Verbindungen zum Tal’Shiar aufgezeigt haben. Der Neuaufbau der Führungsebene des SFC kommt wohl in die heiße Phase und wie mir Will verraten hat, scheint der Präsident Botschafter Picard als neuen Oberkommandierenden ins Auge gefasst zu haben. Dies nicht nur wegen seiner Leistungen in der Vergangenheit, sondern vor allem, weil er entscheidend dazu beigetragen hat, Ordnung in das Chaos auf der Erde zu bringen. Noch steht nicht fest, ob er tatsächlich reaktiviert und auf den höchsten Posten in der Sternenflotte gesetzt wird. Aber ich muss sagen, dass ich eine der ersten wäre, die seine Ernennung begrüßen würde.


Computerlogbuch, Rear Admiral Nadine S. Keller, Sternzeit 84225 (24.03.2407)

Mit Besorgnis verfolge ich, wie das romulanische Sternenimperium von Tag zu Tag dem Abgrund näher kommt. Während die Remaner geschlossen die Front tiefer und tiefer in das Innere des Territorium ihrer einstigen Unterdrücker treiben, sind die romulanische Regierung und deren Militär zerrütteter denn je. Donatra wurde zwar erneut als Praetorin vom Senat akzeptiert, doch wollen dies die konservativen Kräfte im Imeprium nicht akzeptieren. Zahlreiche Provinzen in der Nähe der remanischen Besatzungszone und einige Admiräle der imperialen Navy verweigern die Anerkennung von Donatras Autorität und Verweigern die Zusammenarbeit mit dem Flottenkommando. Insbesondere weil Donatra versuchen will, eine friedliche Lösung herbeizuführen. Alles andere als ideale Voraussetzungen, um einen so motivierten Feind abzuwehren, wie es die Remaner sind.

Ebenso schwer fällt es mir, einfach an der Seitenlinie zu stehen und nicht unternehmen zu können, was diesen Konflikt beenden könnte. Während immer mehr Flüchtlinge Zuflucht in der Föderation suchen wollen, konzentrieren sich unsere Bemühungen aktuell vor allem auf Hilfsmissionen im grenznahen Raum. Konzentriert auf die Welten, die unter dem Staatsstreich des Tal’Shiar besonders gelitten haben. Die Vengeance konzentriert sich auf Hilfsmissionen, die tiefer in das romulanische Gebiet führen, da sie dank ihres Quantenslipstreamantriebes als Rapid-Responder agieren kann. Die Odyssey hingegen hat sich bislang bei Sternenbasis 11 aufgehalten. Was sich nun ändern wird.

Xi Hydrae III, eine romulanische Kolonie an der Grenze zur remanischen Besatzungszone, beherbergt rund 60.000 Kolonisten. Und wenn die Remaner im bisherigen Tempo weiter expandieren, wird die Kolonie bereits in wenigen Tagen fallen. Aus diesem Grund soll sie evakuiert werden. Gemäss Admiral Sela besteht jedoch zurzeit das Problem, dass der Kommandeur des Sektors, Admiral Trumpor, ein konservativer Hardliner ist. Er sowie die meisten Kolonien in diesem Sektor verweigern die Zusammenarbeit mit Sela, die nun wieder für Donatras Regierung arbeitet. Xi Hydrae III ist als größte Kolonie des Sektors und deswegen äußerst gefährdet. Sela hat einen Warbird der D’Deridex-Klasse entsandt, um entgegen des Willens von Admiral Trumpor die Evakuierung zu starten. Transportschiffe sind unterwegs, werden aber wahrscheinlich viel zu spät ankommen. Und da sie mehr Schiffe zurzeit nicht entbehren kann, habe ich angeboten, mit der Odyssey auszuhelfen. Dank unseres Slipstreamantriebes und der großen Evakuierungskapazität, können wir hoffentlich die gesamte Kolonie evakuieren, noch bevor die Remaner ankommen. Sofern uns Trumpor und die Kolonisten selbst da keinen Strich durch die Rechnung machen.


Computerlogbuch, Rear Admiral Nadine S. Keller, Sternzeit 84198 (14.03.2407)

Nach der Rückkehr des Infiltrationsteams von Romulus war ich froh, Commander Marterer und seinen Leuten gratulieren zu können. Wenn gleich die Mission einen etwas anderen Verlauf nahm als erwartet, ist das Ergebnis als durchaus positiv zu werten. Der Tod von Praetorin Oh hat dazu geführt, dass sich die Föderation nun nicht länger über einen Angriff der Romulaner Sorgen machen muss. Allerdings fürchte ich, dass die Enthüllungen über Oh und den Tal’Shiar ein eher schwieriges Nachspiel haben werden.

Der Senat hat die Rückkehr von Praetorin Donatra zwar akzeptiert, doch sieht diese sich nun gleich dreierlei Problemen ausgesetzt, die die Existenz des Imperiums bedrohen könnten. Und ja, offenbar hat Donatra entschieden, ihre Nation nicht ein weiteres Mal umzubenennen: Es bleibt also vorerst beim Romulanischen Sternenimperium.

Auf der einen Seite strebt sie nun mehr die endgültige Auflösung des Tal’Shiar an, was sich jedoch als schwieriger erweisen dürfte als erhofft. Denn der Tal’Shiar hat tief verwurzelte Verbindungen in alle Bereiche des Sternenimperiums. Sie hat befohlen, dass alle Mitglieder des Tal’Shiar als potentielle Mitverschwörer inhaftiert und befragt werden. Mit der Ausnahme der Frau, die wir als Lizza Peyton kennen. Aufgrund ihrer entscheidenden Rolle beim Sturz von Oh wurde sie von Donatra begnadigt. Und da sie unseren Leuten das Leben gerettet hat, neige ich dazu, auch von Seiten der Sternenflotte keine weitere Strafverfolgung anzustreben. Ich hoffe nur, dass sie den Neuanfang erhalten wird, den sie verdient.

Abgesehen vom Tal’Shiar hat Donatra aber auch mit Unruhen in der eigenen Bevölkerung zu kämpfen. Bedauerlicherweise nicht länger in Form von friedlichen Demonstrationen gegen den remanischen Genozid. Die Explosion einer Bombe auf dem Vorplatz des romulanischen Senats hat hunderte Todesopfer gefordert. Und die Untersuchungen deuten eindeutig auf einen remanischen Ursprung hin. Was mir nur bedingt glaubwürdig erscheint. Ich halte es vielmehr für wahrscheinlich, dass Oh uns ein letztes Abschiedsgeschenk hinterlassen hat. Es ist doch ein großer Zufall, dass diese Bombe während der Sitzung explodiert ist. Ich denke, sie hat die Explosion arrangiert, um Unterstützung für ein härteres Vorgehen gegen die Remaner zu gewinnen. Sowas nannte man auf der Erde einst einen Angriff unter falscher Flagge. Es scheint ihr auf jeden Fall gelungen zu sein, denn die Bevölkerung fordert in dem Glauben an die Schuld der Remaner Vergeltung. Mehr denn je ist die Stimmung aufgeheizt und selbst die liberalsten Romulaner fordern das Ende der remanischen Rebellion mit aller Härte zu erzwingen.

Die remanische Bedrohung für die Romulaner hat sich jedenfalls auch ohne die Bombe weiter zugespitzt. Unzählige Welten wurden im Rahmen der Ausschreitungen verwüstet. Und was als eher unkoordinierter Protest begann, hat sich nun mehr zu einer organisierten Revolution weiterentwickelt. Die Remaner gehen mittlerweile allem Anschein nach äußerst organisiert vor, angeführt von Obisek. Sie konsolidieren ihre Kräfte am äußeren Rand des romulanischen Gebietes und Geheimdienstberichten zufolge ist es ihnen sogar gelungen, romulanische Kriegsschiffe zu erbeuten. Obisek baut sich allem Anschein nach eine eigene Flotte auf. Und irgendetwas sagt mir, dass er damit keinen Friedensmarsch anführen will.

Der Föderationsrat hat zu allem Überfluss nun mehr entschieden, dass sich die Sternenflotte nicht weiter in den romulanischen Bürgerkrieg einmischen wird. Zumindest nicht militärisch, denn Hilfslieferungen und Unterstützung der zivilen Bevölkerung sind uns erlaubt geblieben. Bedauerlicherweise heißt das aber auch, dass Donatra mit einem zerrütteten Militär gegen einen überaus motivierten Feind ankämpfen muss, der nicht ruhen wird, bis er den Krieg gewonnen hat. Hoffen wir nur, dass sich alle Beteiligten überwinden können, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Denn sonst ahne ich nichts Gutes für die Zukunft unserer romulanischen Alliierten.


Computerlogbuch, Rear Admiral Nadine S. Keller, Sternzeit 84165 (02.03.2407)

Wenn gleich wir die Unterstützung von Admiral Sela im Kampf gegen Praetorin Oh gewonnen haben, scheint es so, als wären wir dem Sieg kein Stückchen näher gekommen. Obisek hat erst vor kurzem eine Ansprache via Subraum ausgestrahlt, durch die nun alle im Sternenimperium sowie in der Föderation davon wissen, dass die Bevölkerung von Crateris auf Befehl von Praetorin Oh mit einer Thalaronwaffe ausgelöscht wurde. Gefolgt von einer Aufforderung an alle verbliebenen Remaner im Imperium, sich gegen ihre Unterdrücker aufzulehnen. Die Ansprache war tatsächlich inspirierend und erinnerte mich an zahlreiche andere Aufrufe zur Revolution in der Geschichte. Wenn es sein Ziel war, eine solche auszulösen, so war er damit erfolgreich. Der Geheimdienst der Sternenflotte berichtet, dass im gesamten Sternenimperium Unruhen und Ausschreitungen ausgebrochen sind. Dabei sind es nicht nur die Remaner, die sich auflehnen, die Wut über das Schicksal ihrer Brüder und Schwestern rächen wollen und in diesem Rahmen ganze Städte verwüsten. Es scheinen sich auch immer mehr Stimmen liberaler Kräfte in der romulanischen Bevölkerung zu erheben, die die Rückkehr zu den konservativen Werten nicht gutheißen. Und für die das Schicksal von Crateris das Fass hat überlaufen lassen.

Unseren Bemühungen jedoch, gegen Praetorin Oh vorzugehen, kommt das nicht entgegen. Admiral Sela hat uns gegenüber erklärt, dass der Senat aktuell hinter Oh stehe, da sie die Föderation und Donatra durch geschickte Manipulationen als Feind deklariert hat. Und die Bedrohung durch die Rentner scheint ihre Haltung zu bekräftigen. Doch habe Sela aufgrund der sich zuspitzenden remanischen Situation nicht die Ressourcen, parallel gegen Oh vorzugehen. Obisek und die Aufstände zu stoppen hat für sie zurzeit oberste Priorität. Ich sehe eine düstere Zukunft vor uns, sollte die Lage weiter eskalieren. Es wird zu einem Bürgerkrieg kommen, der das romulanische Volk tief spalten und die remanische Rasse möglicherweise auslöschen wird. Und um das gespaltene Volk zu einen, wird Oh nichts anderes übrig bleiben, als einen neuen Feind in dessen Fokus zu rücken. Und das wird die Föderation sein.

Der Föderationsrat hat nach wie vor keine Entscheidung bezüglich unserer Rolle in diesen historischen Tagen getroffen. Zu weit scheint das Chaos im Sternenflottenkommando seine Schatten zu werfen. Weshalb ich selbst entscheiden muss, wie wir in dieser Sache vorgehen wollen. Den Direktiven und Richtlinien der Sternenflotte folgend dürfen wir uns in dieser Sache nicht einmischen. Streng genommen handelt es sich um einen internen Konflikt, egal ob dies in Zukunft für uns gefährlich werden könnte oder ob der Tal’Shiar uns angegriffen hat. Ich wäre eigentlich dazu verpflichtet abzuwarten und lediglich unsere Grenzen zu verteidigen. Doch muss ich gestehen, dass ich das nur wider besseren Wissens tun könnte. Historisch gesehen mag im kleinen Kontext die Nichteinmischungsdirektive stehts von Vorteil für uns und andere gewesen zu sein. Doch wenn es um die galaktische Politik geht, führte unsere Zurückhaltung immer dazu, dass entweder der Status quo erhalten blieb oder sich ein Abgrund auftat, der am Ende allen schadete. Dies wird auch hier der Fall sein. Wenn wir nichts tun, wird den romulanischen und remanischen Völkern ein großes Leid bevorstehen, Praetorin Oh wird wahrscheinlich gewinnen und die Föderation sich wieder einem ihr feindlich gesinnten Sternenimperium gegenüber sehen. Und selbst wenn Donatra die Macht wieder übernehmen kann: Was wird sie über einen Alliierten denken, der tatenlos zugesehen hat, als ihr Volk in der Dunkelheit versank? Wie sollen die Romulaner uns jemals als Partner vertrauen? Nein, das kann nicht der Weg sein, der uns in die Zukunft führt. Denken wir in der Geschichte zurück, so entdecken wir, dass die großen Schritte immer den Mut weniger erforderten. Ich denke hierbei beispielsweise an das Opfer der Enterprise-C, welches zum Frieden mit den Klingonen führte. Auch sie hätten sich zurückhalten müssen, als die Klingonen um Hilfe riefen. Doch sie taten es nicht… Und nun ist es die legitime Führerin des romulanischen Volkes, die uns um Hilfe ruft. Und ich werde die Augen nicht davor verschließen können.

Ich habe entschieden, ein Infiltrationsteam nach Romulus zu entsenden. Dieses soll dem Senat die uns zur Verfügung stehenden Beweise vorlegen, um ihnen und den Admirälen und Generälen des romulanischen Militärs aufzuzeigen, wer Oh wirklich ist. Und was für ein falsches Spiel sie und der Tal’Shiar spielen, nur um an der Macht zu sein. Admiral Sela hat uns freundlicherweise ein kleines Schiff zur Verfügung gestellt, das das Team nach Romulus bringen wird. Da bedauerlicherweise meine Leute mit dem Bombenanschlag auf das Flotten-HQ in Verbindung gebracht wurden, bleibt mir nur übrig, diese schwierige Aufgabe an Bastian und seine Leute zu delegieren. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie erfolgreich sein werden. Und dass die Geschichte zeigen wird, dass auch wir zu diesen wenigen gehört haben, die mit ihrem Mut die Zukunft positiv prägen konnten.


Persönliches Logbuch, Admiral Sela

Dieser Eintrag ist zu verschlüsseln.

Nach Auswertung der Daten, die mir Captain Erricson hat zukommen lassen, muss ich mir wohl eingestehen, einer der größten Täuschungen in unserer Geschichte zum Opfer gefallen zu sein. Ich komme nicht umher festzustellen, dass die Beweise gegen Praetorin Oh und den Tal’Shiar unwiderlegbar sind. Die Tatsache, dass der Tal’Shiar das romulanische Volk getäuscht, einen unauthorisierten Erstschlag gegen die Föderation unternommen und uns an den Rand eines Krieges geführt hat… Nur um die Macht zu übernehmen. Ein wahrhaft beispielloser Verrat an unserer Nation. Doch wird auch mir eine große Schande zuteil durch die Tatsache, dass ich mich habe von Oh instrumentalisieren lassen. Ich bin Donatra immer kritisch gegenüber gestanden, wie auch der neuen Richtung des Imperiums, die von Toleranz, Offenheit und Partnerschaftlichkeit geprägt war. Werte, die die Föderation hochhalten mag, ich jedoch verabscheue. Denn war das romulanische Imperium einst an der Spitze des Quadranten, ist es nun nur noch ein Schatten seiner selbst. Der Dominionkrieg, der Putsch durch Shinzons, die Zerstörung von Romulus, der Geierkrieg… Die verdammte Reform zur Republik. Ich habe mich wohl zu sehr von der Hoffnung leiten lassen, das Imperium wieder erstarken zu sehen. Mich von den Versprechen beeinflussen lassen, die glorreichen alten Tage wieder zu erleben. Ich habe Captain Erricson bei unserem Gespräch Naivität vorgeworfen. Doch bin ich es, die naiv gewesen ist.

In dem Zusammenhang muss ich mich auch einem sehr unangenehmen Gedanken stellen: Waren die Werte, Tugenden und Überzeugungen meiner Generation wahrhaftig so ideal, wie wir immer glaubten? Nur zu oft haben uns Intrigen bereits an den Rand eines Bürgerkrieges geführt, haben machthungrige Senatoren oder Militärs nur in ihrem eigenen Interesse gehandelt und die Staatsmacht missbraucht, um Furcht zu verbreiten… Vielleicht wird es tatsächlich Zeit, uns neu zu orientieren und nach nachhaltigeren Wegen zu suchen.

Die Überprüfung der Datenbank des Thalaronkristall-Endlagers hat bestätigt, dass ein Kristall kurz nach der Machtübernahme durch Praetorin Oh aus dem Lager entfernt wurde. Dies auf Befehl der Praetorin. Ich muss also davon ausgehen, dass die Blockade um Crateris dem Zweck diente, den Genozid am remanischen Volk geheim zu halten. Das Schiff, das unter der Flagge des Senats zwecks angeblicher Verhandlungen nach Crateris flog, muss die Thalaronwaffe an Bord gehabt haben. Wenn gleich viele Romulaner die Remaner als eher niedere Spezies betrachten mögen, war mir stets der Wert der Remaner bewusst… Und die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Der Hauptgrund, weshalb wir sie all die Jahrhunderte unterdrückt haben war die Furcht davor, was sie tun könnten, wenn sie an Stärke gewinnen. Denn Ihr Intellekt ist dem unseren keineswegs unterlegen… Nein, sie sind hervorragende Krieger und Konstrukteure. Das ist mir spätestens während des Dominionkrieges bewusst geworden. Und nun ist der schlafende Drache erwacht… Und auf Rache gegen seine Unterdrücker aus. Vielleicht hat Oh deswegen versucht, sie mit einem Schlag loszuwerden. Weil sie wusste, dass die Remaner niemals zu den alten Wegen zurückkehren werden.

Ich sehe mich nun also zwei Problemen gegenüber gestellt: Einerseits Obisek, der aufgehalten werden muss, bevor es ihm gelingt, die Thalaronwaffe einzusetzen. So sehr ich auch seine Motivation nachvollziehen kann, ist es mir nicht möglich zuzulassen, dass er gegen das romulanische Volk aktiv wird. Diesbezüglich werde ich veranlassen, dass die imperialen Streitkräfte alles daran setzen, ihn aufzuspüren. Doch schwerwiegender noch ist der Umstand, dass mich mein Eid an das romulanische Volk dazu verpflichtet, die illegitime Herrschaft von Oh und dem Tal’Shiar zu beenden.  Doch ich werde vorsichtig vorgehen müssen, sonst werde ich wahrscheinlich ebenso verschwinden wie viele der Admiräle und Generäle, die der Repbulik gegenüber treu geblieben sind. Ich werde noch heute verschlüsselte Botschaften an alle Admiräle senden, die mir gegenüber loyal sind. Sie über alles informieren, was ich erfahren habe. Und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werden wir den Tal’Shiar ein für allemal vernichten. Dann wird sich uns allen die Frage stellen, welche Art von Nation wir Romulaner in Zukunft sein wollen.


Computerlogbuch, Admiral William T. Riker, Sternzeit 84148 (24.02.2407)

Die bisherigen Rückmeldungen der USS Vengeance vom Treffen zwischen Praetorin Donatra und ihren Konsulen auf Virinat erscheinen wenig ermutigend. Die neue Führung des Sternenimperiums geht aggressiv gegen die regionalen Regierungen der romulanischen Provinzen vor. So soll der Tal’Shiar mit der Inhaftierung der lokalen Militärführungen begonnen haben, wenn diese der neuen Regierung nicht die Treue schwören. Selbst von Hinrichtungen ist die Rede, die als Warnung an all diejenigen dienen sollen, die sich Oh und ihrem Gefolge widersetzen.

Militärisch konnten die Konsule Teile ihrer regionalen Kräfte rechtzeitig nach Virinat verlegen, doch werden sie kaum etwas gegen die imperiale Navy ausrichten können. Aktuell scheint Donatra die Festigung ihres provisorischen Kommandositzes auf Virinat zu priorisieren, denn es steht zu befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Oh einen Angriff auf ihre Stellung befiehlt. Gemäss Captain Erricson scheint Donatra daher zu hoffen, die Remaner auf ihre Seite ziehen zu können. Aufgrund ihrer Propaganda werden neben Donatra und ihrer Regierung vor allem die Remaner als gemeinsames Feindbild in der Bevölkerung propagiert. Es soll sogar wieder vermehrt zu rassistisch motivierten Verfolgungen im Imperium kommen. Ein altbewährtes Mittel, um eine gespaltene Bevölkerung hinter sich zu vereinen. Somit sollte es Donatra nicht schwer fallen, die Remaner auf ihre Seite zu ziehen. Was sicherlich ein großer strategischer Sieg wäre. Crateris, die neue remanische Heimatwelt, beherbergt nicht nur hunderttausende potentielle Kämpfer. Im Orbit befindet sich auch eine der größten imperialen Schiffswerften. Wenn es Donatra gelingt, diese Ressourcen für sich zu gewinnen, könnte sie eine Chance haben, Oh auch ohne Mithilfe der Sternenflotte zu stürzen.

Dieser Gedanke scheint aber nicht nur uns gekommen zu sein. Der Sternenflottengeheimdienst berichtet, dass Admiral Sela eine Blockade um das Crateris-System errichtetet hat. Was der Grund dafür sein dürfte, dass seit Beginn des Staatsstreichs keinerlei Subraumkommunikation mehr mit der remanischen Welt möglich ist. Donatra hat darum gebeten, dass die Vengeance sie in das System bringt. Dank ihres Quantenslipstreamantriebes sollte es möglich sein, die Blockade zu umgehen. Doch wäre es ein riskantes Manöver. Wenn es uns aber gelingt, mit Obisek, dem Anführer der Remaner auf Crateris, in Kontakt zu treten, könnte dies die entscheidende Wendung im Kampf gegen Oh bringen. Daher habe ich den Einsatz autorisiert. Denn sowohl ich als auch Jean-Luc sind der Meinung, dass es eine Katastrophe für den gesamten Alpha- und Beta-Quadranten bedeutet, wenn diese Wahnsinnigen an der Macht bleiben. Auch wenn der Wahnsinn im Moment nicht nur die Romulaner betrifft…

Das aktuelle Chaos im Sternenflottenkommando ist nämlich nicht weniger erschreckend. Nach dem Rücktritt von Fleet Admiral Clancy und etwas später auch ihres gesamten Stabes scheint keiner mehr so richtig die Richtung vorgeben zu können. Nicht einmal der Präsident. Zu viele Zweifel bestehen nun in den Reihen der Admiralität und viele stellen sich die Frage, wem man dort eigentlich noch vertrauen kann. Edward Jellico, Alynna Nechayev und Kathryn Janeway sind aktuell dabei, um den Posten des Oberkommandierenden zu kämpfen. Doch scheint sich der Föderationspräsident schwer zu tun, sich auf einen von ihnen festzulegen. Jean-Luc ist zum Glück darum bemüht, vor Ort ein wenig Ordnung zu schaffen. Es ist verblüffend, dass er nach all den Jahren noch immer die Kunst der Diplomatie so gut beherrscht wie damals auf der Enterprise. Er vermittelt zurzeit zwischen dem Präsidenten, dem SFC und dem Föderationsrat und versucht eine gemeinsame Basis herzustellen. Doch sagt er auch, dass wir nicht damit rechnen können, dass der Föderationsrat hier zu einer Entscheidung kommen wird, bis die Führungsfrage geklärt ist.

Jean-Luc hat nun auch mich darum gebeten, zur Erde zurückzukehren. Ich scheine einer der wenigen Admiräle zu sein, denen er zutraut, etwas zur Ordnung des Chaos beizutragen. Dass Deanna meine Frau ist, spielt dabei wahrscheinlich auch eine große Rolle. Wir drei haben schon mehrmals die Föderation gemeinsam gerettet, doch nicht auf eine so… politische Art. Und ich hasse Politik. Dennoch kann ich seine Bitte nicht abschlagen, denn solange das SFC nicht funktioniert, werden wir hier nicht weiterkommen. Ich habe daher Admiral Keller darum gebeten, mich vor Ort abzulösen. Sie ist noch relativ jung und noch nicht lange Admirälin, doch die Arbeit mit ihr in der Vergangenheit war sehr zufriedenstellend und sie hat in Messier 83 bewiesen, dass sie das Zeug hierzu hat. Zumal wir ohne sie noch immer im Dunkeln tappen würden, was Oh und ihre Verschwörung betrifft. Ich hoffe nur, mich bei ihr nicht zu irren… Für meinen Seelenfrieden habe ich Data darum gebeten, die Enterprise ebenfalls zu Sternenbasis 11 umzuleiten. Mit zwei Raumschiffen der Sovereign-Klasse und der USS Odyssey vor Ort werden es sich Oh und Sela zweimal überlegen, gegen die Föderation vorzugehen. Denn mein Bauchgefühl sagt mir, dass sobald sie ihren internen Konflikt gelöst haben, wir vor ihrem Fadenkreuz auftauchen werden.


Computerlogbuch, Admiral William T. Riker, Sternzeit 84126 (16.02.2407)

Die Titan hat Sternenbasis 11 erreicht und ich habe Gespräche mit Praetorin Donatra sowie Botschafter Picard bezüglich des Coup d’Etat auf Romulus geführt. Es ist etwas ironisch, dass ausgerechnet Jean-Luc und ich erneut in eine solche Situation involviert werden, nachdem wir zusammen mit Donatra bereits 2379 den Aufstieg und Fall von Shinzon miterlebt haben. Sie ist eine sehr vernünftige und aufgeschlossene Frau und ich bin mir sicher, dass wir ohne sie an der Spitze des romulanischen Senats nicht die vielen Jahre des Friedens gehabt hätten.

Donatra hat uns darüber informiert, dass sich der Tal’Shiar offenbar die Loyalität der meisten hochrangigen Militärs im Flottenkommando sichern konnte, ehe sie alle Schlüsselpositionen auf Romulus simultan besetzt haben. Admiral Lareth scheint einer der wenigen an der Spitze des republikanischen Flottenkommandos gewesen zu sein, die nicht von den Verschwörern für den Putsch rekrutiert wurden. Wahrscheinlich aufgrund seiner eher liberalen und wohlgesinnten Ansichten bezüglich der Beziehungen der Romulaner mit ihren Nachbarn. Nun aber scheinen die Hardliner im Imperium die alten Verhältnisse wiederherstellen zu wollen. Es ist bedauerlich, dass wir nicht im Vorfeld etwas darüber erfahren haben, dann wäre dieser Putsch vielleicht zu verhindern gewesen.

Jedenfalls scheinen die obersten romulanischen Generäle und Admiräle mit Oh zu kooperieren. Ich schätze, dass Admiral Sela hier eine große Rolle gespielt hat, da sie seit ihrem Aufstieg in den Rängen der imperialen Navy großes Ansehen unter der alten Garde gewonnen hat. Zu der sie auch selbst zählt. Gemäss Donatra wäre sie die eine Person, die man hinter sich haben müsste, um diejenigen im Militär zu gewinnen, auf die es bei einem Putsch ankäme. Das überraschende dabei ist, dass es nach dem Ausrufen der Republik vor 4 Jahren nicht still um Sela geworden ist. Sie hat sich gemäss Donatra adaptiert und obwohl sie grundsätzlich von den alten Wegen des Imperiums überzeugt gewesen sei, habe ihre Loyalität immer dem romulanischen Volk gegolten. Womit sich die Frage stellt, wie es Oh gelungen ist, sie davon zu überzeugen, sich dem Putsch anzuschließen.

Donatra steht aktuell im Kontakt mit den Konsulen der romulanischen Provinzen. Offenbar wurden die meisten von ihnen ebenso von dem Putsch überrascht wie der Senat selbst. Diejenigen, die auf ihre Anfragen reagiert haben, seien ihr gegenüber weiterhin loyal und hätten zugestimmt, sich mit ihr im Virinat-System zu treffen, um das weitere Vorgehen zur Wiederherstellung der legitimen Regierung der Republik zu besprechen. Militärisch scheinen ihre Möglichkeiten allerdings begrenzt zu sein, da den Konsulen lediglich regionale Milizen unterstehen, die sich nicht mit der imperialen Navy messen können.

Wenig überraschend hat Donatra ein Hilfegesuch an das Sternenflottenkommando gerichtet. Sie bittet darin die Föderation um militärische und diplomatische Hilfe zur Wiederherstellung der Republik. Der Föderationsrat wird sich nun mit der Frage beschäftigen müssen, inwiefern sich die Föderation in diesen eigentlich internen Konflikt einmischen will. Sie wird morgen die Gelegenheit haben, sich via Holo-Komm gegenüber dem Föderationsrat zu erklären, bevor sie nach Virinat aufbricht. Ich habe Captain Erricson angewiesen, die Praetorin dorthin zu bringen und dort im Orbit auf neue Befehle zu warten. Diese Aktion sehe ich auch ohne Entscheid des Föderationsrates als gerechtfertigt an, wenn man bedenkt, dass die Hintermänner des Staatsstreich auch hinter dem Mars-Zwischenfall stecken. Womit die Föderation aus meiner Sicht bereits involviert ist. Doch sollte die Lage weiter eskalieren, hat Erricson die klare Order, einen militärischen Konflikt zu vermeiden. Sollte es zu einem Schlagabtausch zwischen einem Raumschiff der Sternenflotte und der romulanischen Navy kommen, wird dies Oh sicherlich als Vorwand nutzen, um einen Krieg zu beginnen. Und selbst die noch Unentschlossenen in der Bevölkerung hinter sich zu bringen.

Botschafter Picard wird noch morgen zur Erde aufbrechen. Hoffentlich wird es ihm möglich sein, den Föderationsrat zu überzeugen, dass wir es hier mit einer einmaligen Situation zu tun haben. In der Zurückhaltung mehr Schaden anrichten dürfte, als dass sie Nutzen bringt. Auch für die Föderation.


Situationsupdate Februar 2407

Nachfolgend ein Update zur Lage im Februar 2407:

  • Mit Aufdeckung einer Verschwörung, an der gemäß Geheimdienstinformationen der romulanische Tal’Shiar sowie Admiral Oh, Sicherheitschefin der Sterneflotte, beteiligt waren, haben sich die Spannungen zwischen der Vereinigten Föderation der Planeten und der Romulanischen Repbulik wieder etwas entspannt. Nachdem klar wurde, dass beide Nationen durch diese nun als „Mars-Skandal“ bekannte Verschwörung gegeneinander ausgespielt wurden, gelang es Botschafter Jean-Luc Picard zusammen mit Praetor Donatra eine weitere Eskalation abzuwenden. Beide Parteien haben sich darauf verständigt, die militärische Gegenüberstellung zu beenden und die versammelten Streitkräfte an der föderal-romulanischen Grenze zurückzuziehen. Dennoch haben sich die Beziehungen zwischen der UFP und der Republik abgekühlt.
  • Eine gemeinsame Task Force der Sicherheitsdienste der Föderation und Romulanischen Republik sollen nun aufklären, wie es zum „Mars-Skandal“ und in diesem Rahmen fast zu einem Krieg zwischen beiden Nationen kommen konnte. Von der maßgeblich daran beteiligten Admiral Oh fehlt bisher jede Spur.
  • Fleet Admiral Kirsten Clancy hat mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt als Oberkommandierende der Sternenflotte erklärt. Die Verschwörung innerhalb der obersten Führungsebene des Sternenflottenkommandos – und damit innerhalb ihres engsten Stabes – wird als einer der größten Skandale in der Geschichte der Sternenflotte betitelt. Ein Untersuchungsausschuss des Föderationsrates beschäftigt sich nun eingehend mit dem Vorfall. Das Büro des Föderationspräsidenten hat angekündigt, dass mit dem Rücktritt von Admiral Clancy der gesamte Kommandorat des Sternenflottenkommandos neu evaluiert wird.
  • Der Wiederaufbau der Utopia Planitia Flottenwerften im Orbit des Mars befindet sich im Zeitplan. Die Wiederaufnahme des Konstruktionsbetriebes ist für Ende des laufenden Jahres vorgesehen, während mit einem Erreichen der vollen Werftkapazitäten innerhalb der nächsten 3 Jahre gerechnet wird. Die neuen Werftanlagen sollen dabei auf die neusten Konstruktions- und Replikationstechnologien zurückgreifen können, wobei Utopia Planitia als erste Werft der Sternenflotte einen völlig neuen Ansatz beim Raumschiffbau verfolgen wird. So sollen die großen Rumpfsektionen von Raumschiffen (Primärrumpf, Sekundärrumpf, Nacken und Warpgondeln) als Ganzes repliziert, anschließend auf Fehler kontrolliert und manuell zusammengefügt werden. Dies dürfte die Konstruktionszeiten um ein Vielfaches verkürzen.
  • Der Föderationsrat wird in wenigen Tagen über den finalen Gesetzentwurf abstimmen, um selbstbewussten Hologrammen mit eigener Matrix dieselben Rechte zuzusprechen, die biologische Lebensformen haben. Experten rechnen damit, dass er mit klarer Mehrheit verabschiedet wird. Als Teil des angedachten Gesetzes werden jedoch auch Maßnahmen definiert, die die Erschaffung solcher Hologramme zukünftig streng regulieren. So soll es nur noch mit einer ausdrücklichen Sondergenehmigung für jeden Einzelfall möglich sein, selbstbewusste Hologramme oder Androiden zu erschaffen. Hingegen soll es vereinfachte Bestimmungen für holographische Paare geben, die sich ein holographisches Kind erschaffen wollen. Kritiker bemängeln, dass durch derartige Maßnahmen der Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz deutlich behindert wird. Doch erscheinen dem Föderationsrat die ethischen Implikationen in diesem Fall Vorrang gegenüber technologischer Innovation zu haben.

Föderationsweite Umverteilung der Werftkapazitäten

Das Sternenflotten-Konstruktionskommando hat heute bekannt gegeben, eine Umverteilung der Werftkapazitäten sämtlicher Flottenwerften der Sternenflotte vorzunehmen, um das Flottenmodernisierungsprogramm zu beschleunigen. Dies insbesondere in Anbetracht der steigenden Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen mit den Romulanern. Man erhofft sich durch eine rasche Verfügbarkeit Slipstream-fähiger Raumschiffe einen strategischen Vorteil, um schneller auf die sich stetig verändernde politische Lage im Alpha- und Beta-Quadranten reagieren zu können. Sämtliche aktuell im Bau befindlichen Raumschiffe werden noch fertiggestellt, woraufhin die Werftkapazitäten neu verteilt werden. Somit wird die Produktion der meisten heute eingesetzten Raumschiffklassen eingestellt. Davon ausgenommen sind die Raumschiffe der Sovereign-Klasse, Luna-Klasse und Nova-Klasse, die aufgrund der vom ASDB attestierten Slipstreamtauglichkeit noch längerfristig weitergebaut werden sollen.

Die freiwerdenden Werftanlagen sollen vorrangig zur Umrüstung und Modernisierung der bereits im Dienst befindlichen Raumschiffe eingesetzt werden. Zudem erhält die Konstruktion von Raumschiffen der Century und Elysion-Klassen Priorität, da die komplexeren Designs der Vesta, Argonaut, Seeker und Dauntless-Klassen noch weiterer Testläufe bedürfen. Das erste Raumschiff der Century-Klasse soll bereits im kommenden Jahr das Dock verlassen, während die ersten Raumschiffe der Elysion-Klasse spätestens 2408 erwartet werden. Um die Lücke bis zur Indienststellung der Argonaut und Seeker im Jahr 2410 zu schließen, sollen bis dahin die Raumschiffe der Akira- und Intrepid-Klasse weiterhin produziert werden. Im Anschluss wird auch die Produktion dieser Schiffsklassen eingestellt.


ASDB veröffentlicht Ergebnisse der Slipstream-Kompatibilitätsstudie

Das Advanced Starship Design Bureau (ASDB) veröffentlich die Ergebnisse einer kürzlich beendeten Studie, die die Kompatibilität der bisher im Dienst befindlichen Raumschiffklassen der Sternenflotte mit dem neuen Quantenslipstreamantrieb untersucht hat. Ernüchtert stellen die Autoren fest, dass nur wenige Schiffsklassen mit dem „Antriebssystem der Zukunft“ kompatibel sind. Folgende Klassen werden vom ASDB für entsprechende Umrüstungen als geeignet eingestuft:

  • Sovereign-Klasse
  • Luna-Klasse
  • Nova-Klasse (Rhode Island-Refit)

Wärhend die Sovereign- und Luna-Klasse ein ähnliches Rating wie die zukünftige Century-Klasse erhalten, womit sie für einen konstanten Flug über 10.000 Lichtjahre zugelassen würden, wird die Nova-Klasse mit rund 600 – 1000 Lichtjahren eher im Bereich der neuen Fregatten der Elysion-Klasse eingeordnet.

Eine theoretische Kompatibilität wird zudem der Intrepid-Klasse bescheinigt. Als Problem wird die variable Warpfeldgeometrie durch die schwenkbaren Gondeln gesehen, ein mittlerweile veraltetes Konzept, welches für deutliche Quantenvarianzen im Slipstreamflug sorgt. Den Berechnungen des ASDB zufolge wäre eine vollständige Überholung des Warpantriebdesigns unter Anpassung an die aktuellen Designrichtlinien notwendig, um eine praxistaugliche Kompatibilität zu erreichen. Wenn gleich es fraglich erscheint, dass das Sternenflottenkommando eine solch aufwendige Umrüstung in Auftrag geben wird, da die Seeker-Klasse als Nachfolger der Intrepid-Klasse in wenigen Jahren vom Stapel laufen wird, hat das ASDB ein mögliches Refit vorgeschlagen:

Auch die Prometheus-Klasse wäre theoretisch kompatibel, wäre da nicht der Multivektor-Angriffsmodus (MVAM), ein System, durch das sich das Schiff in drei kleinere Schiffe teilen kann. Die komplexe Warpfeldgeometrie der 6 Warpgondeln führt ebenfalls zu kaum zu beherrschenden Phasenvarianzen im Slipstreamflug. Weshalb es unwahrscheinlich erscheint, dass die Prometheus-Klasse in ihrer aktuellen Form jemals mit einem Slipstreamantrieb ausgestattet werden kann.